Prüfstelle für SchwanzlastigkeitErhebung 2026 · Stand 25.10.2026

Messverfahren

So misst die Prüfstelle

Der Name ist ein Witz, die Methode nicht. Hier steht, woher jede Zahl kommt, wie gezählt wird und wo die Grenzen liegen.

Der Index in einem Satz

Der Schwanzlastigkeits-Index ist der Anteil der Männer an allen Menschen, nach denen in einem Gebiet Straßen, Wege und Plätze benannt sind – in Prozent. 50 ist im Lot, 100 bedeutet: ausschließlich Männer. Straßen, die nicht nach Menschen heißen („Bahnhofstraße“, „Am Lindenhain“), zählen nicht mit.

Die Quellen

So wird gezählt

  1. Jeder Name einmal pro Gemeinde. OpenStreetMap zerlegt Straßen in viele Abschnitte. Die Prüfstelle zählt „Goethestraße“ in einer Gemeinde nur einmal, egal wie lang sie ist.
  2. Zuordnung zur Gemeinde über die amtlichen Grenzen: Wo der Straßenabschnitt liegt, dort wird er gezählt.
  3. Ist das ein Mensch? Die erste passende Regel gewinnt:
    1. Handkorrekturen der Prüfstelle,
    2. der in OpenStreetMap verknüpfte Namensgeber,
    3. der gleiche Straßenname oder Namensstamm mit bekanntem Namensgeber in Wikidata („Goethe“ → Johann Wolfgang von Goethe),
    4. das Muster „Vorname-Nachname-Straße“ mit Titeln wie Königin, Pfarrer oder Kaiser,
    5. häufige Namensstämme, die keine dieser Regeln erkennt, ordnet die Prüfstelle mit Hilfe einer KI ein (Claude); unsichere Fälle bleiben draußen,
    6. einzelne Vornamen wie in „Luisenstraße“ oder „Wilhelmplatz“ – mit einer Liste von Ausnahmen für Wörter, die auch Pflanzen oder Tiere sind (Rose, Linde, Heide, Wolf …).
  4. Was keine Regel sicher erkennt, zählt nicht – weder als Mann noch als Frau.

Stand dieser Auswertung: 1.173.312 Straßennamen in allen Gemeinden, davon 192.609 erkennbar nach Menschen benannt (172.318 Männer, 20.291 Frauen). Erkannt über: KI-Einordnung 35,6 %, Vorname-Nachname-Muster 22,6 %, Wikidata (gleicher Name) 19,8 %, OpenStreetMap-Namensgeber 12,4 %, Wikidata (gleicher Stamm) 4,3 %, Titel 3,0 %, Heilige 1,2 %, einzelner Vorname 0,6 %, Handkorrektur 0,4 %.

Grenzen der Methode

Fehler gefunden?

Die Prüfstelle irrt gelegentlich – sie ist schließlich keine Behörde. Fehlende Frauen, falsch erkannte Männer und vergessene Straßen bitte an nachmessen@schwanzlastig.de – die Prüfstelle misst gern nach. Und wer OpenStreetMap verbessern will: Das Merkmal name:etymology:wikidata an einer Straße hilft allen.

Häufige Fragen

Wie genau ist der Schwanzlastigkeits-Index?

Er zählt nur Straßen, deren Namensgeber erkennbar ist, und lässt unsichere Fälle weg. Einzelne Fehler kommen vor, auf die Größenordnung haben sie kaum Einfluss: Bei Tausenden Straßen pro Stadt verschiebt ein Fehler den Index um Bruchteile eines Punkts.

Zählen Heilige und Herrscher mit?

Ja. Die Peterstraße ehrt Petrus, die Luisenstraße meist Königin Luise – beides sind Menschen, die auf Schildern stehen.

Wie werden mehrdeutige Namen behandelt?

Allerweltsnamen wie Müller oder Bach (Komponist oder Gewässer) zählen nicht mit. Bei Nachnamen ohne Vornamen zählt der eindeutig bekannteste Namensgeber, zum Beispiel Friedrich Schiller bei der Schillerstraße.

Wie kann ich einen Fehler melden?

Per E-Mail an nachmessen@schwanzlastig.de – die Prüfstelle misst gern nach. Wer OpenStreetMap verbessern möchte, trägt den Namensgeber einer Straße im Merkmal name:etymology:wikidata ein.